Tanne ist die neue Eiche

Heimische Hölzer haben kürzere Transportwege und stehen für nachhaltige Bewirtschaftung

Die Eiche zählt in Deutschland zu den beliebtesten Hölzern. Da sie sich durch ihre Robustheit auszeichnet, wird sie als Konstruktionsholz für den Innen- und Außenbau sowie für stark beanspruchte Bauteile, wie Treppen oder Parkettfußböden eingesetzt. Aber auch hochwertige Möbel, vielen als rustikale Schrankwand oder Eckbank in Erinnerung, werden hergestellt. Moderne Eichenmöbel müssen aber zwangsweise nicht nach Bauernstube aussehen. Insbesondere für Tische und Küchenarbeitsflächen eignet sich Eichenholz aufgrund seiner Dauerhaftigkeit, Härte und Feuchtigkeitsbeständigkeit. Zudem lassen sich Regale und Dekorflächen mit Eiche oder Eichenfurnier gut zur Geltung bringen.

Unterhält man sich mit Holzspezialisten, Schreinern und Architekten hat diese Holzsorte nach wie vor ihre Berechtigung. „Aber warum eigentlich Eiche, und warum so oft Holz aus der Ferne? Tannenholz kann mit der entsprechenden Behandlung fast einen japanischen Charakter erhalten und wächst bei uns quasi vor der Haustür.”, so Schreinermeister Josef Eham.

Denn auch beim Holz verhält es sich mittlerweile so wie in vielen anderen Lebensbereichen. Ähnlich wie bei Nahrungsmitteln werden verstärkt Hölzer aus der Gegend nachgefragt, und da zählt gerade bei uns die Eiche, die besonders in Mitteleuropa, Eurasien aber auch Nord- und Mittelamerika vorkommt, nicht dazu. Die Gründe: Es hat ein Umdenken und eine Rückbesinnung stattgefunden. Auch beim Holz tritt verstärkt das bewusste Einkaufen nach Aspekten wie Nachhaltigkeit, CO2-neutrale Herstellung und kürzere Transportwege in den Mittelpunkt. Letztere sind um ein Vielfaches kürzer als bei importierten Bäumen beispielsweise aus Skandinavien. Ganz nebenbei werden dadurch auch die regionalen wirtschaftlichen Strukturen gestärkt. Regionalität wird auch in der Holzverarbeitung zum Standard. „Unser Holz kommt aus den nachhaltig bewirtschafteten Wäldern unserer Region. Weil wir unsere Heimat sehr schätzen, Tanne und Fichte immer schon traditionell verwendet wurde, versuchen wir möglichst viel unserer Werkstoffe regional zu beziehen. Diese Nachhaltigkeit leben wir in unserem Betrieb ebenso wie bei unseren Produkten“ bekennt Josef Eham. „Auch lässt sich Tannenholz, beispielsweise das ausdrucksstarke Kernholz, sehr variabel bearbeiten – biologisch, mit Seifenlauge“, merkt Eham an.

Aus diesem Grund verwendet die Schreinerei Eham vermehrt Tannenholz. Das Holz hat nur eine sehr geringe Neigung zum Werfen und Reißen. Rissbildung kann so gut wie immer vermieden werden. Die Tanne ist grundsätzlich mit Fichtenholz vergleichbar, insbesondere was Maserung, Farbe und Dichte angeht. Beide Hölzer sind weich, leicht, schwinden wenig, haben ein gutes Stehvermögen und eignen sich für Dachkonstruktionen, Holzverkleidungen, Geländer, Treppen, Möbel, Fenster und Türen. Dennoch schneidet die Tanne in nahezu allen Bereichen besser ab als die Fichte. Die Festigkeit, Stabilität und Beständigkeit sprechen für die Tanne. Der Preis zwar für die Fichte, dennoch bietet die Tanne langfristig gesehen mehr fürs Geld. Sehr hochwertige Qualitäten des Tannenholzes werden im Übrigen auch als Klanghölzer für Musikinstrumente verwendet!